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Historie des Art-Deko

Art déco (frz., Abkürzung von arts décoratifs, etwa: „verzierende Künste“)
ist eine Bewegung in der Designgeschichte von etwa 1920 bis 1940, die die Formgebung von Gegenständen in allen Lebensbereichen wie Architektur, Möbeln, Fahrzeugen, Kleidermode, Schmuck oder Gebrauchsartikeln umfasste.

Merkmale
Dem Art déco fehlt ein eindeutiges, zugrundeliegendes Stilmerkmal oder eine stilbildende Anschauung. Vielmehr handelt es sich, inmitten des generellen Aufbruchs der klassischen Moderne, um eine gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit der Thematik. Vieles davon war schon im Jugendstil angelegt – vor allem im französischen, wo man im Überflüssigen das Notwendigste sah: „le superflu, chose la plus nécessaire“.
Charakteristisch für den Art déco ist die stilisierte und flächige Darstellung floraler und organischer Motive. Dieses Fehlen von Schatten und Natürlichkeit vermittelt den modernen und oft plakativen Eindruck der Kunst jener Epoche. Die industrielle Fertigung sowie die unbeschwerte, eklektische Mischung von Stilelementen unterschiedlicher Herkunft sind wichtige Voraussetzungen.

Industrielles Design
In Frankreich selbst wurde der Stil nicht nur über umfassende Ausstellungen, sondern über neu gegründete Einrichtungshäuser und die Entwurfsabteilungen einiger Warenhäuser wie Desny, Dominique und die Société DIM (Décoration Intérieure Moderne) verbreitet. Bei den qualitativ anspruchsvollsten Werken, etwa denen des großen französischen Möbeldesigners und Perfektionisten Jacques-Émile Ruhlmann, oder denen der Silberschmiede Jean Puiforcat und Tétard, hält sich die Ornamentierung zugunsten klarer Formen und der reinen Oberflächenwirkung der Materialien zurück. Bei Porzellan- und Keramikdekoren, Stoffen, Plakaten und auch bei Bucheinbänden kontrastieren starke, reine Farben miteinander.

Architektur
Beispiele für eine geschlossene Stadtanlage im Stil des Art déco sind Reims, das nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg in den 1920er Jahren wieder aufgebaut wurde, oder Napier (Neuseeland) mit dem Wiederaufbau nach dem Hawke’s-Bay-Erdbeben von 1931. Bekannt ist auch das Art-déco-Viertel in Miami Beach. Weniger bekannt ist dagegen, dass in der Hauptstadt West-Javas, Bandung, seinerzeit auch deswegen „Paris von Java“ genannt, zahlreiche sehenswerte Art-déco-Gebäude wie zum Beispiel die Villa Isola (Architekt: C. P. Wolff Schoemaker) oder das Hotel Savoy Hohmann gebaut wurden. Auch zahlreiche Neubauten in Bandung orientieren sich noch heute an den Art-déco-Bauten der Stadt.
Auch die Hauptstadt von Eritrea, Asmara, wurde in den 1930er-Jahren im Art-déco-Stil erbaut.
Das Berliner Renaissance-Theater ist das einzige vollständig erhaltene Art-déco-Theater Europas. Der letzte große Kinosaal im Art-déco-Stil in Deutschland im denkmalgeschützten Metropol in Bonn ist Vergangenheit, nachdem ein neuer Besitzer das Gebäude 2005 erworben hat und 2010 nach Abriss der Art-Déco-Inneneinrichtung zu einer Buchhandlung umgebaut hat. Einer der wenigen Museumsbauten im Stil des Art Déco ist der Komplex des Grassimuseums in Leipzig, dessen Pfeilerhalle einen der bedeutendsten Innenräume dieser Architektur darstellt. Auch die fünftgrößte Kirche der Welt, die Nationalbasilika des Heiligen Herzens in Brüssel, ist im Art-déco-Stil gebaut. Eines der wenigen Gebäude in Asien, das im Stil des Art déco errichtet wurde, ist das Gebäude des Manila Metropolitan Theaters.


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